25.03.2021

Chemiekonzerne planen Elektro-Steamcracker

Die Chemiekonzerne BASF, Sabic und Linde entwickeln und bauen den weltweit ersten elektrisch beheizten Steamcracker-Ofen. Das Projekt soll dazu beitragen, die CO2-Emissionen in der chemischen Industrie entscheidend zu reduzieren.

Laut einer Mitteilung haben alle drei Partner gemeinsam die elektrischen Heizkonzepte entwickelt. Zudem werde der Bau einer Multi-Megawatt-Demonstrationsanlage am BASF-Standort Ludwigshafen geprüft. Diese könnte – falls es mit einer Förderung durch die EU klappt – bereits 2023 in Betrieb genommen werden.

Bei der Produktion von Basischemikalien spielen Steamcracker eine zentrale Rolle. Sie benötigen große Mengen Energie, um Kohlenwasserstoffe in Olefine und Aromaten aufzuspalten. Diese Reaktion findet in speziellen Öfen bei Temperaturen von etwa 850 °C statt. Das Projekt verfolgt das Ziel auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zu verzichten. Stattdessen sollen die Öfen mit Strom aus erneuerbaren Quellen beheizt werden, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Nach Einschätzung aller Partner hat die neue Technologie das Potenzial, die CO2- Emissionen um 90 % zu reduzieren.

Dr. Martin Brudermüller ist überzeugt, dass der geplante Technologiesprung einen Meilenstein auf dem Weg zu einer emissionsarmen Chemieindustrie markiere. „Um eine zeitnahe Umsetzung in den Produktionsmaßstab vorantreiben zu können, sind eine Investitionsförderung und wettbewerbsfähige Preise für erneuerbare Energien wichtige Voraussetzungen", betonte der BASF-Chef jedoch.

„Mit diesem Projekt greifen wir Steamcracking-Öfen als eine der größten CO2-Emissionsquellen in der gesamten petrochemischen Wertschöpfungskette heraus. Diese Öfen verwenden eine bewährte und ausgereifte Technologie, die wir jetzt auf eine völlig neue Basis stellen; nicht im Labor, sondern im großen industriellen Maßstab", sagte Jürgen Nowicki, Executive Vice President von Linde und CEO der Anlagenbau-Sparte des Konzerns.

rff – Stark verbunden.