16.12.2015

Der Blick in die Glaskugel

Die Aussichten bleiben zuversichtlich: Die Konjunktur in Deutschland läuft, die Exporte ziehen wieder an. Durch die Integration von Flüchtlingen sind im kommenden Jahr schrittweise Veränderungen am Arbeitsmarkt zu erwarten. 

Nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) werden die Flüchtlinge nur zögerlich und in geringer Zahl am deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen. Die Ökonomen erwarten bis 2017 in Deutschland insgesamt rund 2,7 Millionen Flüchtlinge. 

Durch die Zuwanderung wird nach den IfW-Berechnungen die Zahl der potenziellen Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2017 aber nur um rund 470 000 höher sein als ohne Flüchtlingsmigration. Tatsächlich einen Arbeitsplatz dürften aber nur monatlich zwei Prozent der Flüchtlinge finden, prognostiziert das Institut. Unter dem Strich wären das 2017 kumuliert rund 94 000 Erwerbstätige - oder eine Beschäftigungsquote von 20 Prozent. 

Die Wachstumsprognose 2016 für Deutschland hat das Institut von 2,1 Prozent auf 2,2 Prozent angehoben. Die Ausgaben für Flüchtlinge werden aber nur kurzfristig einen stimulierenden Effekt auf die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts haben, teilte das IfW mit. Für 2015 und 2017 beließen die Wissenschaftler ihre Prognosen bei unverändert 1,8 Prozent beziehungsweise 2,3 Prozent Wachstum.

Am Arbeitsmarkt wird sich der Rückgang der Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent (2015) in den kommenden beiden Jahren mit einer Quote von jeweils 6,3 Prozent kaum noch fortsetzen. Zwar werde die Erwerbstätigkeit kräftig zulegen, gleichzeitig aber auch das Angebot an Arbeitskraft durch die Migration steigen.

"Treibende Kraft hinter dem Aufschwung ist nach wie vor der starke private Konsum und eine anziehende Investitionstätigkeit", berichtete das IfW. Hohe Einkommenszuwächse, niedrige Ölpreise, Rentenerhöhungen und Steuersenkungen stärken demnach den Konsum.

rff – Stark verbunden.