20.02.2018

Neue Studie zum CO2-Ausstieg

Die Studie „Klimapfade für Deutschland", die im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) erarbeitet wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass ein vollständiger Abbau des Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2050 zu teuer und nicht durchsetzbar ist. Der Grund: Für die großen Wirtschaftssektoren würde dies bedeuten, dass sie keinerlei Treibhausgase mehr in die Luft blasen dürften.

In dem Ergebnis sieht sich die deutsche Stahlindustrie bestätigt, die schon seit langer Zeit die Meinung vertritt, dass Deutschland an die Grenzen technischer-wirtschaftlicher Machbarkeit stoße. „Das Gutachten bestätigt, dass die Umsetzung der langfristigen Klimaziele die Stahlindustrie vor massive technische und wirtschaftliche Herausforderungen stellt und erhebliche Risiken mit sich trägt", so Hans Jürgen Kerkhoff, Chef der WV Stahl.

Der Verband empfiehlt - anstatt den CO2-Ausstoß fast komplett herunterzufahren - ein mittleres Szenario: Demnach sollte die Bundesrepublik bis 2050 rund 80 Prozent weniger Klimagase in die Atmosphäre blasen als im Vergleichsjahr 1990. Der Studie zufolge sind hierfür aber jährliche Investitionen von mindestens 15 Milliarden Euro nötig.

Der BDI betonte allerdings, dass auch für das 80-prozentige Ziel erhebliche Anstrengungen nötig seien. Die Fachleute sagen voraus, dass auf Deutschlands Straßen dann mindestens 26 Millionen Elektroautos unterwegs sein müssten. Des Weiteren müssten 90 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen und die restlichen 10 Prozent dürfen nicht mehr aus Kohle erzeugt werden.

„Weitreichende Vorkehrungen zur Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, wie etwa eine ausreichende kostenfreie Zuteilung von Emissionszertifikaten und Belastungsbegrenzungen bei den Strom- und Energiekosten, sind unerlässliche Voraussetzungen, um drastische Verluste der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und Verlagerungen der Produktion ins Ausland zu vermeiden", machte WV-Stahl-Chef Kerkhoff deutlich. Für den Klimaschutz sei nichts gewonnen, wenn der Stahl stattdessen in anderen Ländern mit höheren Emissionen produziert werde.

Die heute zur Verfügung stehenden Verfahren zur Stahlproduktion sind laut Branchenverband bei den CO2-Emissionen bereits am technischen Minimum. Laut der Studie kann die Stahlindustrie in den kommenden Jahrzehnten daher nur einen sehr begrenzten Beitrag zur Erfüllung des 80-Prozent-Zieles leisten, der wiederum mit massiven Mehrkosten gegenüber den internationalen Wettbewerbern verbunden wäre.

rff – Stark verbunden.