24.03.2021

Positive Prognosen

Selten driften die Wachstumsprognosen für die Wirtschaft so weit auseinander. Knapp fünf oder doch nur drei Prozent? Die Aussichten aller Institute sind durchweg positiv und haben eine gemeinsame Konstante: Corona ist und bleibt die große Unbekannte.

Nach Einschätzung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) wird sich die Wirtschaft trotz verlängertem Lockdown kräftig erholen. Das gewerkschaftsnahe Institut sagt für 2021 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,9 Prozent voraus.

Die Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hingegen sehen nicht ganz so positiv in die Zukunft. Das arbeitgebernahe Institut hat vor kurzem seine BIP-Prognose für das laufende Jahr von 4 auf 3 Prozent gesenkt. Das Ifo-Institut legt sich dazwischen und erwartet aktuell statt 4,2 "nur" noch 3,7 Prozent Wirtschaftswachstum. Zuvor hatten die Wirtschaftsweisen ihre Prognose um 0,6 Prozent auf jetzt 3,1 Prozent zurückgeschraubt.

"Medizinisch ist die Corona-Pandemie leider längst noch nicht besiegt und damit bleiben Risiken. Aber ökonomisch stehen die Zeichen nach dem harten Jahr 2020 erst einmal auf Entspannung", so der wissenschaftliche Direktor des IMK, Sebastian Dullien.

Die IW-Forscher hingegen haben vor allem wegen der nicht abflauenden Pandemie ihre Konjunkturprognose für 2021 von vier auf drei Prozent gesenkt. "Bisher haben die Lockdowns bereits 250 Milliarden Euro gekostet. Derzeit läuft ein Wettlauf zwischen Injektionen und Infektionen", sagte Michael Hüther (58). Der IW-Direktor betonte zudem, dass jetzt schneller geimpft werden müsse, um möglichen Resistenzen durch Mutationen zuvorzukommen.

Das Ifo-Institut begründete seine gegenüber Dezember gesenkte Prognose ebenfalls mit der anhaltenden Corona-Krise. "Sie verschiebt den erwarteten kräftigen Aufschwung nach hinten", betonte Timo Wollmershäuser. Die Corona-Krise dürfte bis Ende nächsten Jahres voraussichtlich 405 Milliarden Euro kosten, gemessen an entfallender Wirtschaftsleistung, so der Ifo-Konjunkturchef weiter.

Alle Prognosen eint trotz unterschiedlicher Blickwinkel die Aussage, dass die Entwicklung der deutschen Wirtschaft maßgeblich vom weiteren Verlauf und der erfolgreichen Bewältigung der Krise abhängt.

rff – Stark verbunden.