22.01.2020

Preis für Biosprit E10 gestiegen

Tanken wird deutlich teurer – ab 2021 wird die neue CO2-Steuer jedes Jahr stärker zuschlagen. Jetzt wird auch noch das eigentlich günstigere Superbenzin E10 plötzlich so teuer wie normales Super. Was steckt dahinter?

Verwirrung an deutschen Zapfsäulen: Noch immer kostet das wenig beliebte Superbenzin E10 oft so viel wie das eigentlich rund zwei Cent teurere Super E5. Der Grund für die Preisanpassung dürfte an einem gesteigerten Bedarf für E10 liegen, für den wiederum die Klimapolitik der EU verantwortlich ist.

Parallel zum Ausbau der Elektromobilität sollen auch bei Benzinfahrzeugen die CO2-Emissionen reduziert werden. Und das geht am einfachsten über eine höhere Beimischungsquote von Biokraftstoffen. Denn der reduziert den CO2-Anteil im Abgas. Nach Messungen des ADAC waren dies in der Praxis knapp ein Prozent.

Übertragen auf die gesamte Fahrzeugflotte – allein in Deutschland fahren 47 Millionen PKW – ist das also eine durchaus erhebliche Menge. "Zusätzlich zu dieser Reduktion ist zu berücksichtigen, dass das bei der Verbrennung von Ethanol frei werdende CO2 vorher von den Pflanzen aus der Atmosphäre entzogen wurde. Der CO2-Einsparungseffekt ist also größer als am Auspuff gemessen", erklärt der ADAC den Sinn der Biosprit-Beimischung.

Seit Jahreswechsel gilt eine Änderung beim Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG): Unternehmen, die gewerbsmäßig Kraftstoffe vertreiben, müssen im Jahr 2020 eine höhere Biokraftstoff-Quote erfüllen. Die gesetzliche Vorgabe lautet: Biokraftstoffe müssen mindestens sechs Prozent des gesamten verkauften Sprits ausmachen. Bislang waren es vier.

Ziel der Neuerung ist ein Absenken der Treibhausgase. "Würden alle Benziner E10 statt E5 tanken, könnte man ohne weitere Maßnahmen sofort fünf Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen", sagt Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbands Freier Tankstellen.

rff – Stark verbunden.