Globale Krisen mit Optimismus meistern
Jörg Delveaux bezieht Stellung zu wichtigen Themen
18.06.2026

Die rff Rohr Flansch Fitting Handels GmbH sieht sich trotz steigender Herausforderungen widerstandsfähig aufgestellt. Geschäftsführer Jörg Delveaux bezieht zu aktuellen Herausforderungen im Beschaffungsmarkt Stellung.
Die globalen Rahmenbedingungen für Industrieunternehmen bleiben angespannt. Insbesondere Hersteller und Händler energieintensiver Produkte sehen sich zunehmend mit geopolitischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Dennoch blickt Jörg Delveaux, Geschäftsführer der rff Rohr Flansch Fitting Handels GmbH, mit vorsichtigem Optimismus auf die kommenden Monate.
„Die Beschaffungsmärkte und Lieferketten stehen unter erheblichem Druck. Es braucht heute ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit aller Beteiligten“, erklärt Delveaux. Geopolitische Entwicklungen – insbesondere im Nahen Osten – sowie fiskalische und regulatorische Veränderungen beeinflussen die Märkte zunehmend und sorgen für Unsicherheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Belastungen durch Regularien und Bürokratie
Besonders einschneidend seien die Auswirkungen des im Jahr 2026 eingeführten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM). Viele regulatorische und fiskalische Details seien seitens der Europäischen Union noch nicht abschließend konkretisiert worden. Gleichzeitig seien die Auswirkungen der Ende 2025 festgelegten Default-Werte für Herstellerwerke aus Drittländern innerhalb der Branche unterschätzt worden.
„Die daraus resultierenden Abgaben führen je nach Warengruppe punktuell zu Preissteigerungen von über 20 Prozent. Zusätzliche bürokratische Belastungen sind dabei noch nicht berücksichtigt“, so Delveaux.
Auch die aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten wirken sich zunehmend auf die internationalen Energie-, Rohstoff- und Logistikmärkte aus. Einschränkungen bei Öl- und Gaslieferungen nach Indien und China haben bereits erste Konsequenzen für die Industrieversorgung.
Auswirkungen der neuen Stahl-Schutzverordnung
Am 19. Mai 2026 wurde die neue Stahl-Schutzverordnung mit großer Mehrheit vom Plenum der EU-Parlaments angenommen und beschlossen. Diese wird die gültigen Schutzmaßnahmen „Safeguard“ ersetzen und tritt ab dem 01. Juli 2026 in Kraft. Besonders relevant ist die deutliche Reduzierung des jährlich zollfreien Kontingents um nahezu 50 %. Für Einfuhren außerhalb des Kontingents wird künftig ein Schutzzollsatz von 50 % erhoben. Es ist daher davon auszugehen, dass sich Importe infolge der neuen Regelungen weiter verteuern und die verfügbaren Kontingente schneller ausgeschöpft sein werden, so dass der erhöhte Zollsatz früher zur Anwendung kommt.
Darüber hinaus wird ab dem 01.10.2026 eine zusätzliche Meldepflicht für Importeure eingeführt. Künftig ist bei der Einfuhr das Schmelz- und Gießland des in den Waren enthaltenen Rohstahls anzugeben. Die konkreten Anforderungen und Umsetzungsdetails sollen seitens der EU bis spätestens Ende August veröffentlicht werden. Hinsichtlich des Anwendungsbereichs umfasst die Verordnung derzeit so gut wie alle relevanten Warengruppen. Eine Ausweitung des Umfangs wird von der EU derzeit geprüft und aktiv angestrebt.
Unsicherheit innerhalb der Branche
„Innerhalb der Branche bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung einzelner regulatorischer Rahmenbedingungen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass erst bis Ende Juli – vergleichbar mit den Entwicklungen in Verbindung mit CBAM – eine belastbare rechtliche Klarheit geschaffen wird“, erläutert Delveaux.
Parallel dazu verschärfen sich die Spannungen innerhalb der globalen Schrott-Supply-Chain. Logistische Engpässe bei Lager- und Zwischenkapazitäten könnten kurzfristig zusätzliche Risiken für die Verfügbarkeit von Vormaterialien in der Stahlproduktion verursachen. Auch bei den Edelmetallen Nickel, Molybdän und Chrom rechnet rff weiterhin mit hoher Volatilität.
Anpassung an ein anspruchsvolles Marktumfeld
In der Gesamtschau verdichten sich zahlreiche Faktoren zu einem anspruchsvollen Marktumfeld. Steigende Energie-, Beschaffungs- und Transportkosten dürften im weiteren Jahresverlauf zu zusätzlichen Preissteigerungen führen. Darüber hinaus seien Engpässe, die bis ins erste Quartal 2027 reichen könnten, in verschiedenen Warengruppen nicht auszuschließen.
Um diesen Entwicklungen proaktiv zu begegnen, überprüft rff kontinuierlich seine Bezugsquellen, Lagerbestände und Reichweiten. „Die Lieferfähigkeit ist ein zentraler Bestandteil unserer DNA und hat höchste Priorität. Gleichzeitig erwarten unsere Kunden höchste Produktqualität von zugelassenen Herstellern. Agile und resiliente Partnerschaften mit unseren Lieferanten sind deshalb wichtiger denn je“, betont Delveaux.
Trotz aller Herausforderungen zeigt sich der Geschäftsführer zuversichtlich: „Die Gespräche mit Marktteilnehmern – unter anderem während der Tube im April – haben gezeigt, dass ein Teil der Branche mit vorsichtigem Optimismus in die nahe Zukunft blickt.“
